Was gehört in die Reiseapotheke? Vom Apothekerteam erklärt
Was gehört in die Reiseapotheke? Vom Apothekerteam erklärt
Eine gut ausgestattete Reiseapotheke ist der beste Reisebegleiter – und wird meistens erst vermisst, wenn man sie braucht. Das Wichtigste: Schmerzmittel, Mittel gegen Durchfall und Reisekrankheit, Wundversorgung, Sonnenschutz und Insektenschutz. Was genau rein muss, hängt vom Reiseziel, der Reisedauer und persönlichen Vorerkrankungen ab.
Tipp: Dauermedikamente immer in ausreichender Menge mitnehmen mit Originalverpackung und Beipackzettel, bei Flugreisen auch mit ärztlichem Attest.
Grundausstattung: Was immer mit muss
Unabhängig vom Reiseziel gibt es eine Handvoll Mittel, die in keine Reiseapotheke fehlen sollten. Sie decken die häufigsten Beschwerden ab, die im Urlaub auftreten können von Kopfschmerzen über kleine Verletzungen bis hin zu Fieber.
Schmerz- und Fiebermittel – Ibuprofen oder Paracetamol in ausreichender Menge
Antihistaminikum – gegen allergische Reaktionen, Insektenstiche oder Heuschnupfen
Fieberthermometer – kompaktes Reisemodell
Desinfektionsmittel – für Hände und Wunden
Persönliche Dauermedikamente – in doppelter Menge, aufgeteilt auf Koffer und Handgepäck
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte außerdem ein ärztliches Attest auf Englisch dabei haben, das erleichtert Zollkontrollen und Arztbesuche im Ausland erheblich.
Reisekrankheit: Was wirklich hilft
Übelkeit im Auto, Schiff oder Flugzeug entsteht durch widersprüchliche Signale zwischen Augen und Gleichgewichtssinn. Wer anfällig ist, sollte nicht erst bei den ersten Anzeichen handeln – die meisten Mittel wirken nur, wenn sie vorbeugend eingenommen werden.
Bewährte Wirkstoffe
Dimenhydrinat (z. B. Vomex) ist das klassische Mittel gegen Reisekrankheit – als Tablette, Zäpfchen oder Kaugummi erhältlich, auch für Kinder geeignet. Es macht müde, was auf langen Fahrten manchmal sogar erwünscht ist.
Scopolamin als Pflaster hinter dem Ohr wirkt länger und kontinuierlicher, eignet sich besonders für Schiffsreisen. Es ist rezeptpflichtig – rechtzeitig vor der Reise in der Apotheke besprechen.
Ingwer-Präparate sind eine gut verträgliche pflanzliche Alternative, besonders für Schwangere oder Personen, die auf Antihistaminika empfindlich reagieren.
Zu Mitteln gegen Reisekrankheit in unserem Shop
Magen & Darm: Vorbeugen und behandeln
Reisedurchfall ist eine der häufigsten Reisekrankheiten überhaupt – besonders in Ländern mit anderen Hygienestandards oder ungewohnter Küche. Unser Darm braucht Zeit, sich an neue Keimumgebungen zu gewöhnen.
Bei Durchfall
Das Wichtigste ist Flüssigkeitsersatz. Oral-Rehydrationslösungen (ORS) ersetzen Wasser, Salze und Elektrolyte gleichzeitig – sie sind kompakt, leicht und in jeder Apotheke erhältlich. Loperamid (Imodium) verlangsamt die Darmbewegung und ist für Kurzzeitbehandlung geeignet, nicht aber bei Fieber oder blutigem Stuhl.
Probiotika zur Vorbeugung
Wer auf langen Reisen oder in tropischen Ländern unterwegs ist, kann Probiotika vorbeugend einnehmen. Studien zeigen, dass bestimmte Stämme die Häufigkeit von Reisedurchfall reduzieren können. Am besten zwei Wochen vor Reiseantritt beginnen.
Gegen Übelkeit und Verstopfung
Auch Übelkeit ohne Reisekrankheit, wie etwa durch ungewohntes Essen, kann im Urlaub auftreten. Metoclopramid (rezeptpflichtig) oder pflanzliche Mittel mit Pfefferminzöl helfen. Wer auf Reisen zu Verstopfung neigt, kann ein mildes Abführmittel als Reserve einpacken.
Zu Mitteln gegen Reisedurchfall
Wunden & Erste Hilfe: Gut versorgt unterwegs
Schürfwunden, Blasen, kleine Schnitte – gerade bei aktiven Urlauben gehören kleine Verletzungen zum Alltag. Eine gute Wundversorgung verhindert Infektionen und sorgt für schnellere Heilung.
Pflaster in verschiedenen Größen, wasserfest
Sterile Wundauflagen und Mullbinden
Elastische Binde – für Verstauchungen oder zur Fixierung
Wunddesinfektionsmittel – z. B. Betaisodona oder Octenisept
Pinzette – für Splitter, Zecken oder Dornen
Blasenpflaster – unverzichtbar bei langen Wanderungen
Zeckenzange oder Zeckenkarte – besonders für Mitteleuropa und Osteuropa
Bei Auslandsreisen in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko sollte auch ein steriles Einmalspritzenset mitgenommen werden zum Schutz vor blutübertragbaren Krankheiten, falls vor Ort medizinische Versorgung nötig wird.
Insektenschutz: Mehr als nur lästig
Mücken, Zecken und andere Insekten können in manchen Regionen Krankheiten übertragen. Guter Insektenschutz ist daher kein Komfort, sondern Gesundheitsvorsorge, vor allem in tropischen und subtropischen Ländern.
Repellents richtig wählen
Der Wirkstoff DEET gilt als der wirksamste Mückenschutz und ist in Gebieten mit Malaria- oder Dengue-Risiko erste Wahl. Für Europa und gemäßigte Klimazonen reichen Präparate mit Icaridin (Picaridin) oder IR3535 sie sind hautverträglicher und geruchsärmer.
Für Kinder unter 2 Jahren sollten keine DEET-haltigen Produkte verwendet werden. Ab 2 Jahren sind niedrig konzentrierte Icaridin-Präparate geeignet.
Zeckenschutz in Österreich und Europa
Wer in Österreich, Deutschland oder Teilen Osteuropas wandert oder campt, sollte auch an Zeckenschutz denken. FSME-Impfung (falls noch nicht vorhanden), Kleidung die Haut bedeckt, und ein tägliches Absuchen des Körpers sind die wichtigsten Maßnahmen.
Zum Insektenschutz in unserem Shop
Sonnenschutz auf Reisen
Im Urlaub ist die UV-Belastung oft deutlich höher als zuhause – durch mehr Zeit im Freien, Reflexion von Wasser oder Sand und größere Sonnennähe in südlichen Ländern. Ein guter Sonnenschutz gehört in jede Reiseapotheke.
LSF 50+ ist für die meisten Urlaubssituationen die richtige Wahl besonders für die ersten Tage, für Kinder und für empfindliche Haut. Wer unsicher ist welcher Lichtschutz zu ihm passt, kann unseren digitalen LSF-Helfer nutzen.
LSF-Helfer starten | Sonnenschutz für die Reise
Checkliste: Reiseapotheke auf einen Blick
Diese Checkliste deckt die häufigsten Reisesituationen ab. Je nach Reiseziel und persönlichen Bedürfnissen erweitern – bei Unsicherheit einfach in unserer Apotheke fragen.
Kategorie | Was einpacken | Hinweis |
|---|---|---|
Schmerz & Fieber | Ibuprofen, Paracetamol | Für Erwachsene und Kinder |
Reisekrankheit | Dimenhydrinat, Ingwer | Vorbeugend einnehmen |
Magen & Darm | Loperamid, ORS, Probiotika | ORS immer zuerst |
Allergie | Antihistaminikum | Nicht sedierendes bevorzugen |
Wunden | Pflaster, Desinfektion, Binde | Blasenpflaster nicht vergessen |
Insektenschutz | Repellent, Zeckenzange | DEET für Tropen, Icaridin für Europa |
Sonnenschutz | LSF 50+, After Sun | Mindestens 30–40 ml pro Anwendung |
Augen & Schleimhaut | Augentropfen, Nasenspray | Bei Klimaanlage besonders wichtig |
Dauermedikamente | Persönliche Medikamente doppelt | Auf Koffer & Handgepäck aufteilen |
Beratung vor der Reise
Wer eine Fernreise plant, in ein Malariagebiet fährt oder besondere gesundheitliche Voraussetzungen mitbringt, sollte die Reiseapotheke individuell zusammenstellen lassen. Unser Apothekerteam berät persönlich in allen 7 Beavit Apotheken – am besten zwei bis vier Wochen vor Reiseantritt, damit Impfungen und rezeptpflichtige Mittel rechtzeitig organisiert werden können.
Beratung in einer unserer Apotheken finden
Fazit
Eine gute Reiseapotheke muss nicht schwer oder teuer sein – aber sie sollte die wichtigsten Situationen abdecken. Die Grundausstattung mit Schmerzmittel, Wundversorgung, Reisekrankeits- und Durchfallmitteln sowie Sonnen- und Insektenschutz passt in jede Reisetasche. Für alles darüber hinaus lohnt sich das Gespräch in der Apotheke vor dem Urlaub.
FAQ – Reiseapotheke
Was gehört unbedingt in eine Reiseapotheke?
Zur Grundausstattung gehören: Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall und Reisekrankheit, Antihistaminikum, Pflaster und Wunddesinfektion, Sonnenschutz LSF 50+, Insektenschutzmittel sowie persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge.
Was hilft gegen Reisekrankheit?
Dimenhydrinat (z. B. Vomex) als Tablette oder Kaugummi ist die klassische Wahl – vorbeugend einnehmen, bevor die Übelkeit beginnt. Scopolamin als Pflaster wirkt länger und eignet sich für Schiffsreisen (rezeptpflichtig). Ingwer-Präparate sind eine gut verträgliche pflanzliche Alternative.
Welche Medikamente darf ich ins Flugzeug mitnehmen?
Medikamente dürfen im Handgepäck mitgeführt werden – in Originalverpackung mit Beipackzettel. Flüssige Medikamente über 100 ml benötigen ein Rezept oder ärztliches Attest. Betäubungsmittel erfordern ein spezielles behördliches Dokument. Im Aufgabegepäck gibt es keine Mengenbeschränkung.
Was tun bei Durchfall im Urlaub?
Sofort ausreichend trinken – am besten Oral-Rehydrationslösungen (ORS) aus der Apotheke. Loperamid (Imodium) kann die Beschwerden schnell lindern, ist aber keine Ursachenbehandlung. Bei Fieber über 38,5 °C, blutigem Stuhl oder anhaltenden Beschwerden unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Wie viel Sonnenschutz brauche ich im Urlaub?
Pro Anwendung werden für den ganzen Körper etwa 30–40 ml benötigt. Bei zweistündigem Nachcremen und zwei Wochen Urlaub sollten mindestens zwei große Flaschen (je 200–250 ml) eingeplant werden – lieber etwas mehr als zu wenig.
Wann sollte ich vor einer Reise in die Apotheke?
Möglichst 2–4 Wochen vor Abreise – besonders bei Fernreisen. So bleibt genug Zeit für Impfungen, die Beschaffung rezeptpflichtiger Mittel (z. B. Malariaprophylaxe, Scopolamin-Pflaster) und ein ausführliches Beratungsgespräch zur individuellen Reiseapotheke.
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