Wie wird man richtig braun? Mit und ohne Sonnenschutz
Wie wird man richtig braun? Mit und ohne Sonnenschutz
Wer braun werden will, denkt oft, Sonnenschutz sei dabei hinderlich. Das stimmt so nicht. Sonnenschutz und Bräune schließen sich nicht aus, im Gegenteil: Wer seine Haut schützt, kann länger in der Sonne bleiben und bräunt gleichmäßiger und nachhaltiger. Unser Apothekerteam erklärt, wie Bräunung wirklich funktioniert, was sie unterstützt und wann Selbstbräuner eine sinnvolle Alternative sind.
Kurzantwort: Ja, man wird auch mit Sonnenschutz braun. Kein Produkt blockiert 100 % der UV-Strahlung. Die Bräune kommt etwas langsamer, hält aber länger und geht ohne Sonnenbrand einher.
Wie funktioniert Bräunung überhaupt?
Wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft, reagiert der Körper mit einem Schutzmechanismus: Spezialisierte Zellen in der Haut, die sogenannten Melanozyten, produzieren vermehrt Melanin. Dieser braune Farbstoff lagert sich in den Hautzellen ein und schützt die darunter liegenden Schichten vor weiterer Strahlung. Was wir als Bräune wahrnehmen, ist also eine Schutzreaktion des Körpers auf UV-Belastung.
Für die Bräunung ist vor allem UV-A-Strahlung verantwortlich. UV-B-Strahlung hingegen ist hauptsächlich für Sonnenbrand und langfristige Hautschäden verantwortlich. Ein guter Sonnenschutz schützt vor beiden Strahlungsarten, wobei der LSF primär den UV-B-Schutz beschreibt.
- Melanin ist der natürliche Farbstoff, der Bräune erzeugt
- UV-A regt die Melaninproduktion an
- UV-B verursacht Sonnenbrand und Zellschäden
- Bräune ist eine Schutzreaktion, kein Zeichen von Gesundheit
Wird man mit Sonnenschutz überhaupt noch braun?
Ja, definitiv. Kein handelsübliches Sonnenschutzmittel blockiert 100 % der UV-Strahlung. LSF 30 lässt noch rund 3 % der UV-B-Strahlung durch, LSF 50 etwa 2 %. Das klingt nach wenig, reicht aber aus, damit die Haut Melanin produziert und sich bräunt. Die Bräune entsteht nur etwas langsamer und gleichmäßiger als ohne Schutz.
Der entscheidende Vorteil: Mit Sonnenschutz kann man länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Das bedeutet in der Praxis mehr Gesamtzeit in der Sonne und letztlich oft eine tiefere, gleichmäßigere Bräune als durch kurze intensive Sonnenbäder ohne Schutz.
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Was fördert die Bräunung?
Es gibt einige Faktoren, die die Bräunung unterstützen und dafür sorgen, dass die Haut gleichmäßiger und tiefer braun wird:
Regelmäßige, moderate Sonnenexposition
Kurze, regelmäßige Sonnenbäder sind effektiver als seltene, lange Sessions. Die Haut gewöhnt sich schrittweise an die Strahlung und produziert kontinuierlich Melanin. Wer nach monatelanger Abstinenz stundenlang in der Sonne bleibt, riskiert Sonnenbrand statt Bräune.
Gut gepflegte, feuchtigkeitsversorgte Haut
Trockene Haut schuppt schneller ab und verliert die Bräune früher. Wer täglich eine gute Körperlotion verwendet und auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achtet, behält die Bräune deutlich länger. Produkte von Avène, CeraVe oder Eucerin eignen sich gut zur täglichen Körperpflege nach dem Sonnenbad.
Karotinreiche Ernährung
Lebensmittel mit viel Beta-Karotin, wie Karotten, Süßkartoffeln, Mango oder Aprikosen, können die Hautfarbe leicht in Richtung warm-goldig verschieben und die Bräune optisch verstärken. Eine wissenschaftlich belegte Wirkung auf die tatsächliche Melaninproduktion ist jedoch gering.
Peeling vor dem Sonnenbad
Ein sanftes Körperpeeling vor dem Urlaub oder dem ersten Sonnenbad entfernt abgestorbene Hautzellen und sorgt für eine gleichmäßigere Oberfläche. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere Bräune ohne fleckige Stellen.
Wie hält die Bräune länger?
Die Haut erneuert sich in einem natürlichen Zyklus von etwa 28 Tagen. Die oberen Schichten, in denen das Melanin sitzt, werden dabei abgestoßen. Wer seine Bräune möglichst lange behalten möchte, sollte diese Tipps beachten:
- Täglich eincremen: Gut feuchtigkeitsversorgte Haut schuppt langsamer ab. Eine reichhaltige Körpermilch nach dem Duschen ist der einfachste Weg.
- Lauwarmes Wasser beim Duschen: Heißes Wasser trocknet die Haut aus und beschleunigt das Abschuppen.
- Sanft abtrocknen: Rubbeln entfernt oberste Hautschichten schneller. Lieber sanft abtupfen.
- Keine aggressiven Peelings nach dem Urlaub: Ein Peeling vor dem Sonnenbad ist gut, danach sollte man damit eine Weile warten.
- Selbstbräuner auffrischen: Wer die Bräune nach dem Urlaub erhalten will, kann mit einem Selbstbräuner nachhelfen.
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Selbstbräuner: Bräune ohne Sonne
Selbstbräuner sind für alle, die eine gebräunte Haut möchten, ohne sich der Sonne auszusetzen. Der Wirkstoff DHA (Dihydroxyaceton) reagiert mit Proteinen in der obersten Hautschicht und erzeugt eine bräunliche Verfärbung. Das Ergebnis sieht bei guter Anwendung natürlich aus und hält je nach Hautpflege 5 bis 10 Tage.
Wichtig zu wissen
- Selbstbräuner bieten keinen UV-Schutz. Wer damit in die Sonne geht, braucht trotzdem Sonnenschutz.
- Vor dem Auftragen ein Peeling machen, damit die Farbe gleichmäßig haftet.
- Trockene Stellen wie Ellbogen, Knie und Knöchel vorab eincremen, da sie sonst dunkler werden.
- Hände nach dem Auftragen gut waschen, um Verfärbungen der Handflächen zu vermeiden.
- Warten, bis der Selbstbräuner vollständig eingezogen ist, bevor man sich anzieht.
In unseren Apotheken führen wir Selbstbräuner verschiedener Marken, die für unterschiedliche Hauttypen und gewünschte Bräunungsintensitäten geeignet sind.
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Fazit
Wer richtig braun werden will, setzt auf Geduld statt auf Intensität. Regelmäßige, moderate Sonnenexposition mit Sonnenschutz bringt gleichmäßigere und langanhaltendere Ergebnisse als kurze Sonnenbäder ohne Schutz. Gute Hautpflege hält die Bräune länger, und Selbstbräuner sind eine sinnvolle Ergänzung für alle, die die Bräune auffrischen oder auf UV-Strahlung ganz verzichten möchten. Was dabei nie fehlen darf: Sonnenschutz, sobald man in die Sonne geht.
FAQ – Wie wird man richtig braun?
Wird man mit Sonnenschutz überhaupt noch braun?
Ja, auch mit Sonnenschutz wird man braun. Kein Sonnenschutzmittel blockiert 100 % der UV-Strahlung. LSF 30 lässt noch etwa 3 % durch, LSF 50 etwa 2 %. Das reicht aus, damit die Haut Melanin produziert und sich bräunt. Die Bräune kommt nur etwas langsamer.
Was fördert die Bräunung der Haut?
Die Haut bräunt durch UV-A-Strahlung, die die Melaninproduktion anregt. Regelmäßige, moderate Sonnenexposition ist effektiver als kurze intensive Sonnenbäder. Auch eine gute Hautpflege, ausreichend Trinken und eine karotinreiche Ernährung können die Bräune unterstützen und verlängern.
Warum hält manche Bräune länger als andere?
Die Haut erneuert sich etwa alle 28 Tage. Wie lange die Bräune hält, hängt vom Hauttyp, der Intensität der Sonnenexposition und der Hautpflege ab. Gut feuchtigkeitsversorgte Haut verliert die Bräune langsamer, da trockene Haut schneller abschuppt.
Ist Selbstbräuner sicher für die Haut?
Ja, moderne Selbstbräuner sind gut verträglich und dermatologisch getestet. Der Wirkstoff DHA reagiert mit den obersten Hautschichten und erzeugt eine bräunliche Farbe. Wichtig: Selbstbräuner ersetzen keinen Sonnenschutz, da sie keine UV-Schutzwirkung haben.
Kann ich mit Selbstbräuner ohne Sonnenschutz in die Sonne?
Nein. Selbstbräuner erzeugen zwar eine Bräune, bieten aber keinen UV-Schutz. Wer mit gebräunter Haut aus der Tube in die Sonne geht, braucht genauso Sonnenschutz wie ohne Selbstbräuner.
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